cable Great Cosmic Hero

Anmeldedatum: 09.09.2006 Beiträge: 4004 Wohnort: Bovenden
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Verfasst am: 03.11.2006, 10:18 Titel: Swamp Thing (Alan Moore) Bd 1. |
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Im folgenden findet ihr eine nach und nach entstehende Besprechung des klassisch gewordenen Run von Alan Moore in der Serie Swamp Thing.
Die Rezi wird heute im Laufe des Tages entstehen, in dem ich diesen Eintrag mehrmals editiere.
Aber alles was ihr zu Swamp Thing an Kommentaren und Anregungen posten wollt, findet unten seinen Platz.
Swamp Thing 21 - 27 (Pannini 2003: "Die Saga vom Swamp Thing")
Autor: Alan Moore
Zeichner : Steve Bisette & John Totleben
Farben: Tajana Wood
Story:
#21-24 Entstehungsgeschichte
Für alle die das Swamp Thing noch nicht kennen sind hier kurz die Fakten aufgeführt, die im Zusammenhang mit der Entstehung des Swamp Thing's eine Rolle spielen.
Formal handelt es sich bei dem Swamp Thing um den außerordentlich begabten Wissenschaftler Alec Holland der durch einen Sprengstoffanschlag ums Leben kommt.
Nach dem eine Sprengladung gezündet worden ist, läuft Alec Holland brennend hinaus in den naheglegenenen Supf und versinkt dort nach seinem Tod.
Aus bis zu dieser Ausgabe ungeklärten Gründen taucht Alec Holland als Swamp Thing wieder auf.
Alan Moore interpretiert im Rahmen der Nummern #21-24 die Entstehung derart, dass der Sumpf selbst in einem dem Kannibalismus ähnlichem Akt die Seele von Alec Holland aufgenommen hat und Holland eher kopiert, als dass es sich um den realen Holland handelt.
Der Gegenspieler in der Neuinterpretation des Swamp Thing ist Dr. Woodrue, dessen Name als Villain Floronic Man lautet.
Bei Floronic Man alias Woodrue handelt es sich um den klassischen Gegenspieler zu der Hauptfigur Swamp Thing.
Floronic Man ist also ebenfalls ein Mischwesen zwischen Mensch und Pflanze, anders als Swamp Thing hat sich der Floronic Man es zum Ziel gesetzt alles nicht pflanzliche Leben zu vernichten...
Artwork:
Die ersten Ausgaben zeichnen sich durch das Glück aus, dass sie eine bekannte Horrorstory, es gibt ein entsetzliches Ding aus dem Sumpf, dass von den Menschen gefürchtet wird, aber eigentlich nur gutes für die Menschen möchte, innovativ und kreativ umsetzt.
Die Bilder zeichnen sich durch eine kreative Komposition verschiedener Pannels auf, die oft miteinander verschmelzen und ein übergeordnetes Pannel bilden, oder die durch Alan Moore erzählten Teil nochmals wie ein die Erzählung ergännzendes Mosaik vor den Augen des Lesers konstruieren.
Insgesamt fällt auf, dass die Artwork zum einen kreativ und mutig ist, desweiteren aber auch die von Alan Moore mit beklemmnder Sprache erzählte Geschichte des Swamp Thing unheimllich und ergreifend in Szene setzt.
Ein markantes Stilmittel zur Umsetzung der beklemmenden und manchmal auch verstörenden Atmospäre der Artwork stellt die gelungene, wenn auch für den gegenwärtigen Leser zunächst gewöhnungsbedürftige Farbgebung der Zeichnungen dar. Durch die Colorierung entsteht oft der trügerische Eindruck einer Naturidylle, die ganz im Zeichen der Romatik steht. Ein Eindruck der Zusammen mit den dem Horror verpflichteten Zeichnungen und der oft düsteren Sprache von Alan Moore die Düsterkeit der Moor'schen Version des Swamp Thing beeindruckend verstärkt.
Bemerkenswertes:
Die Nummern 21-24 des vorliegenden Bandes zeichnen sich durch die Sprache und die Kreativität aus, mit der Alan Moore die Handlung umsetzt und erzählt.
Wie bei vielen herausragenden Comics oder Bücherns lässt sich die grobe Handlung schnell erzählen, wärend der literarische Stil, das Kernststück einer Erzählung sich nur schwer wiedergeben lässt.
Alan Moore gelingt es jedenfalls alle Protagonisten des Comics plausibel darzustellen und für den Leser interessant zu machen. Dies ist deshalb wichtig für einen Comic von Alan Moore, da er bei seinen Kollegen oft kritisiert hat, dass es ihnen zu sehr darum geht oberflächliche Motivationen zu finden, damit man eine Begründung für den Actionpart eines Comics hat.
Alan Moore gelingt es ausgezeichnet, seinen eigenen Ansprücen zu genügen und innerhalb eines klassischen Horrorsujets eine Geschichte von Menschen, deren Motivationen und in einem Fall den Verhängnissvollen Weg in den Wahnsinn zu erzählen.
Um die Bandbreite der sprachlichen Stillmittel zu belegen sei hier auf zwei Nebenszenen verwiesen, die unterschiedlicher nicht in Worte gefasst werden können:
Szene 1: Beschreibung der JLA
"Über der Welt schwebt ein Haus. Dort versammeln sich Übermenschen.
Ein Mann hat Flügel wie ein Vogel, ein Mann überblickt die ganze Erde und verwandelt ihr Anthrazit in Diamanten.
Ein Mann bewegt sich so schnell, dass sein Leben eine endlose Gallerie von Statuen darstellt..."
Szene 2: Erwiderung eines Menschen auf den Floronic Man
"Ich hab zwar keine Ahnung von Todesengeln, aber ich erkenn ein Arschloch, wenn ich's von hinten sehe."
Es gelingt Alan Moore die unterschiedlichsten Sprachstiele m iteinander zu einer stimmigen Geschichte zu verbinden und wer befürchtet, durch beide Zitate sei ihm der das wesentliche der Alan Moore Geschichten um das Swamp Thing genommen, dem sei hier dringend angeraten, die erste Geschichte des Bandes "Die Saga vom Swamp Thing" zu lesen.
Sie enthält einen meisterhaften Auftakt zum Moore Run der Serie und zeigt in vorbildlicher Art und Weise, wie in einem Comicheft Anfang und Ende in vollkommener Weise miteinander verbunden werden können.
Fazit
Für alle die Swamp Thing noch nicht kennen sei gesagt, dass es sich bei dem Moore Run der Serie um einen erstklassigen und lesenswerten Comic handelt, der sich hinter den großen Namen wie Will Eisner oder Frank Miller nicht zu verstecken braucht.
Im Gegenteil, Swamp Thing zeigt deutlich, dass noch lange nicht ausgemacht ist, ob tatsächlich Frank Miller der gegenwärtige Comicautor ist, der auf dem Thron des Comicolymps Platz genommen hat.
Später mehr.
cable _________________ Deadpool will kick all ur butts!
Zuletzt bearbeitet von cable am 21.12.2006, 10:13, insgesamt einmal bearbeitet |
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